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Flurbereinigung / Flurneuordnung

Aktive Landentwicklung durch Bodenordnung

Flurbereinigung verbindet zweckmäßige Neuordnung von ländlichem Grundbesitz mit Investitionen in die Infrastruktur im ländlichen Raum. Durch die Verbindung dieser beiden Komponenten dient die Flurbereinigung wie kein anderes Instrument dem Anspruch des ganzheitlichen Entwicklungsansatzes für die ländlichen Räume. Gesetzliche Grundlage ist das Flurbereinigungsgesetz.

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Informationen und Dokumente rund um alle Flurbereinigungsverfahren in Thüringen

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Eine Übersichtskarte über die drei Flurbereinigungsbereiche in Thüringen und deren Gebietszuständigkeiten

Die Flurbereinigungsbereiche des TLBG

Welcher Flurbereinigungsbereich ist für Ihre Region zuständig?

Hier gelangen Sie zu den Kontaktmöglichkeiten.

Ausschnitt aus der Wertermittlungskarte der Unternehmensflurbereinigung Magdala

Aktuelle Informationen zu Flurbereinigungsverfahren

Das TLBG stellt wichtige, aktuelle Informationen zu Flurbereinigungsverfahren hier bereit.

Zu den aktuellen Informationen der Flurbereinigung

Fotomontage: Eisenbahnbrücke saniert und unsaniert

Anwendungsbeispiele der Flurbereinigung

Die Flurbereinigung bietet Lösungen für viele Herausforderungen im ländlichen Raum.

Sehen Sie sich die Anwendungsbeispiele hier an.

Weitere Informationen zum Thema Flurbereinigung

  • Aufträge der Flurbereinigung

    Mit der Flurbereinigung wird ländlicher Grundbesitz:
    • zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft,
    • zur Förderung der allgemeinen Landeskultur und
    • zur Förderung der Landentwicklung

    neugeordnet.

    Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft

    bedeutet, dass  die landwirtschaftliche Bodenordnung innerhalb der Flurbereinigung sich nicht nur an einer Steigerung der Produktionsleistung, sondern an der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zu orientieren hat.

    Förderung der allgemeinen Landeskultur

    Zur Förderung der allgemeinen Landeskultur gehören alle ökonomischen und ökologischen Aspekte einer land- und forstwirtschaftlich genutzten Landschaft.

    Förderung der Landentwicklung

    Förderung der Landentwicklung umfasst die Planung, Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Wohn-, Wirtschafts- und Erholungsfunktion des ländlichen Raums und damit die Förderung einer dauerhaften Verbesserung der Lebensverhältnisse außerhalb städtischer Gebiete.

  • Das Flurbereinigungsgesetz

    Das Flurbereinigungsgesetz ist die rechtliche Grundlage für die Durchführung von Flurbereinigungsverfahren. Die Zielsetzungen der Flurbereinigung unterliegen einem ständigen Wandel. Sie werden maßgeblich von den Ansprüchen der Gesellschaft an die ländlichen Räume und die Landnutzung bestimmt. Hauptauftrag der Flurbereinigung ist es das Flurbereinigungsgebiet unter Beachtung der Landschaftsstruktur unter Beachtung der gegeneinander abzuwägenden Interessen der Beteiligten und des Wohls der Allgemeinheit neu zu gestalten.

  • Sektorenübergreifende Ganzheitlichkeit

    Viele Untersuchungen zu den Wirkungen der Flurbereinigung zeigen, dass die Flurbereinigung viele Sektoren beeinflusst. Kennzeichnend für die erfolgreiche Umsetzung von Flurbereinigungen in den letzten Jahren sind flexible Strategien, die die Kommunen und die hier wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe als wichtige, oftmals tragende Bestandteile einer mittelständischen Wirtschaftsstruktur in die regionale Entwicklung einbinden.

  • Flurbereinigungsplan

    Die Ergebnisse eines jeden Flurbereinigungsverfahrens werden im Flurbereinigungsplan zusammengefasst. Mit diesem werden der ländliche Grundbesitz und die bestehenden Rechte in der Orts- und Feldlage neu geordnet. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der bestehenden und der durch den Wege- und Gewässerplan geschaffenen örtlichen Verhältnissen. Oberster Grundsatz ist dabei die wertgleiche Abfindung eines jeden Teilnehmers. Flurbereinigung vereinigt damit die Bereiche Planen - Bauen - Ordnen in einem gesetzlichen Verfahren.

Wer hilft Ihnen bei Fragen?

Herr Claus Rodig
Telefon:
0361 57 4176-110
E-Mail: claus[dot]rodig[at]tlbg [dot]thueringen[dot]de

Aktuelle Informationen zum Thema Flurbereinigung

Flurbereinigung Übergabe der Schlussfeststellung des Flurbereinigungsverfahrens „Speicher Friemar“


Blick auf den Stausee Friemar. Ein blaues Ruderboot liegt auf dem See.
Blick auf den Stausee Friemar
Claus Rodig (Referatsleiter 41 im TLBG) eröffnet die Veranstaltung
Claus Rodig (Referatsleiter 41 im TLBG) eröffnet die Veranstaltung
Onno Eckert (Landrat Kreis Gotha) hält ein Grußwort
Onno Eckert (Landrat Kreis Gotha) hält ein Grußwort
Hartmut Brand (Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft) hält eine Rede
Hartmut Brand (Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft) hält eine Rede
Martina Christ mit einem Statement zum Verfahren am Rednerpult
Statement von Martina Christ (Leiterin Liegenschaften und Anlagendokumentation – Thüringer Fernwasserversorgung)
Herr Rodig übergibt die Schlussfeststellung an den TG-Vorsitzenden
Claus Rodig übergibt die Schlussfeststellung an den TG-Vorsitzenden Hartmut Brand
Übergabe einer Gedenktafel durch Thomas Werneburg (Verfahrensleiter) an Birte Kalmring (Gemeinschaftsvorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue)
Übergabe einer Gedenktafel durch Thomas Werneburg (Verfahrensleiter) an Birte Kalmring (Gemeinschaftsvorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue)
Gruppenbild: Von links nach rechts: Ralph Köchermann (Vorstandsmitglied), Hartmut Brand, Konrad Herrmann (Vorstandsmitglied), Dieter Heumann (Vorstandsmitglied) und Claus Rodig
Von links nach rechts: Ralph Köchermann (Vorstandsmitglied), Hartmut Brand, Konrad Herrmann (Vorstandsmitglied), Dieter Heumann (Vorstandsmitglied), Claus Rodig und Sonja Leber (Referatsleiterin Flurbereinigungsbereich Gotha – TLBG)

„Ich freue mich sehr, dass wir heute mit der Übergabe der Schlussfeststellung das Flurbereinigungsverfahren ‚Speicher Friemar‘ beenden können“, sagte Referatsleiter Claus Rodig heute in Friemar. „Die Attraktivität des ländlichen Raumes und die Lebensqualität der Bevölkerung in den angrenzenden Gemeinden konnte durch das Verfahren nachhaltig gesteigert werden. Schließlich konnte der ‚Immentalstausee‘ auch dank der Flurbereinigung als ein beliebtes Naherholungsgebiet entwickelt werden! Ich danke allen Beteiligten für das jahrelange Engagement!“

Der Speicher Friemar wurde in der 60er Jahren errichtet, um die Landwirtschaft mit genügend Nutzwasser zu versorgen. Die Eigentumsverhältnisse blieben im Bereich der Speicherfläche weitgehend unverändert, lediglich der Dammkörper wurde in das Eigentum des Volkes in Rechtsträgerschaft der Gemeinde überführt. Die Eigentumsverhältnisse konnten im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens korrigiert werden. Zudem entstanden größere Flurstücke: die Anzahl der Flurstücke konnte von 375 auf 160 reduziert werden.

Eine wichtige Rolle kommt den Belangen des Naturschutzes zu. Mittlerweile stellt der Speicher ein wichtiges Rückzugsbiotop für Wasservögel und für andere schutzwürdige Tiere und Pflanzen dar. Außerdem sind Teile des Uferbereiches bereits als Flächennaturdenkmal „Schilfgürtel“ ausgewiesen.

Die Ergebnisse des Verfahrens können sich sehen lassen: Es wurden 4 neue ländliche Wege mit einer Länge von 4,3 km geschaffen. Es entstanden 3 Durchlässe sowie auf 4 ha Fläche Hecken, Feldgehölze und Gewässerrandstreifen.

Insgesamt investierte die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung in diesem Landentwicklungsverfahren 630.000 Euro. Davon haben EU, Bund und Land 567.000 Euro an Fördermitteln gegeben. Aus der Region kamen 63.000 Euro Eigenleistung.

Weitere Details können Sie dem beigefügten Faltblatt entnehmen.

Fotos: © TLBG | C. Bartz

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Flurbereinigung im Wandel

Die Entwicklung seit 1990

Anfang der 1990er Jahre waren es in Thüringen wie auch in den anderen damals neuen Bundesländern insbesondere die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Feststellung und Neuordnung der Eigentumsverhältnisse und der bedarfs- und funktionsgerechten Erschließung der landwirtschaftlich genutzten Flächen, die mit Flurbereinigungsverfahren zu bewältigen waren.

Ab Mitte der 1990er Jahre bestimmte dann die bodenordnerische Begleitung der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit die Ausrichtung der Flurbereinigung.

In den Folgejahren bis heute spiegeln sich viele gesellschaftliche Themen in den Anforderungen an die Flurbereinigung wider. Hierzu zählen:
  • Demografischer Wandel,
  • Klimawandel,
  • Schutz der biologischen Vielfalt,
  • Gewässermanagement und Hochwasserschutz und
  • Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme.

Die Berücksichtigung agrarstruktureller Belange nimmt dabei unverändert eine zentrale Rolle bei der Verfahrensbearbeitung an. Die Begleitung von neuen Verkehrsprojekten, insbesondere Umgehungsstraßen, durch Flurbereinigungsverfahren gewinnt mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 ebenfalls wieder an Bedeutung.

Die Kernkompetenz der Flurbereinigung liegt unter sich ändernden Rahmenbedingungen aber unverändert stets darin, strukturelle Probleme und Konflikte mit Hilfe der Neuordnung der Eigentumsverhältnisse und der Verbesserung der Infrastruktur zu lösen.

Flurbereinigung – eine Daueraufgabe

Die Bundesländer haben die Flurbereinigung dauerhaft als besonders vordringliche Maßnahme zu betreiben. Dies ist dem ganzheitlichen Entwicklungsansatz für die ländliche Räume, den die Flurbereinigung unter ständig wechselnden Rahmenbedingungen bietet, geschuldet.

Flurbereinigung beinhaltet erhebliche Potenziale zur Entwicklung der Gemeinden und zum Erhalt einer attraktiven Kulturlandschaft. Sie kann Eigentum für Belange des Gemeinwohls sozialverträglich verfügbar machen, kann konkurrierende Flächennutzungen entflechten und oftmals einen Flächenneuverbrauch verhindern und damit insgesamt zur Verbesserung der Lebensbedingungen unter Einbeziehung der beteiligten Grundstückseigentümer, der Gemeinden und anderer Betroffener im ländlichen Raum beitragen.

Durch die aktive Einbindung aller Akteure im ländlichen Raum und intensive Bürgermitwirkung werden einvernehmliche Lösungen angestrebt. Unparteiisches Verhalten und Einfühlungsvermögen in die Sichtweise der Grundeigentümer, der Pächter, der Gemeinden, der anderen Planungsträger und der sonstigen Interessenvertreter machen die Flurbereinigungsbehörde zu einem Treuhänder der Grundeigentümer und zu einem anerkannt neutralen Vermittler zwischen gegenläufigen Interessen.

In Bezug auf die andauernden Diskussionen zur aktiven Bürgerbeteiligung an Planungsprozessen verdient besondere Beachtung, dass die aktive Bürgerbeteiligung in den Flurbereinigungsverfahren nicht nur Orientierung, sondern gesetzlich auferlegtes Handeln ist.

Logo des Verbands für Landentwicklung und Flurneuordnung Thüringen

Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung Thüringen

Die unterschiedlichen, das Eigentum an Grund und Boden berührenden Interessen machen die Flurbereinigung zu einer Daueraufgabe im Dienste aller Akteure im ländlichen Raum. Der Zusammenschluss der Grundstückseigentümer zu einer Teilnehmergemeinschaft mit weit reichenden Mitwirkungsrechten und -pflichten bildet den Grundstein des ausgeprägt demokratischen Ansatzes des Flurbereinigungsgesetzes.

Die Teilnehmergemeinschaft ist Träger des Verfahrens. Dem von der Teilnehmergemeinschaft gewählten Vorstand kommt insbesondere bei der Neugestaltung des Flurbereinigungsgebietes eine höchst einflussreiche Funktion zu. Die Teilnehmergemeinschaften haben sich in Thüringen zum Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen zusammengeschlossen. Der Verband übernimmt für seine Mitglieder die Herstellung und Unterhaltung der gemeinschaftlichen Anlagen und das Kassenwesen.

Link: Zur Website des VLF Thüringen

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