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Historische topographische Karten

Das TLBG gibt historische Karten von Städten oder Regionen des Freistaats Thüringen als Sonderdrucke heraus. Sie legen Zeugnis ab von der kulturellen Entwicklung und vom Stand der Wissenschaft der Landesvermessung.

1589: "Warhaffter Abriss der Herrschaft Schmalkalden"

Ausschnitt der Karte von Schmalkalden von Joist Moers aus dem Jahr 1589

1785: Schmettau'sche Karte der Herrschaft Schmalkalden

Ausschnitt aus der Schmettau'schen Karte der Herrschaft Schmalkalden

1813: Festung Erfurt, französische Karte

Kartenausschnitt mit den Festungsanlagen von Erfurt, 1813 (und von Napoleon geplante Erweiterungen)

1806–1832: Reymann'sche Karte

Ausschnitt der Reymann'schen Karte 1:200 000

1852-1857: Feldoriginale der topographischen Karten 1:25 000

Kartenausschnitt des Kartenblattes 5536 aus dem Jahr 1883

1870er Jahre: Urmesstischblätter der topographischen Karten 1:25 000

Kartenausschnitt des Kartenblattes 5536 aus dem Jahr 1883

1921-1939: Messtischblätter der topographischen Karten 1:25 000

Kartenausschnitt des Kartenblattes 5032 (1.25 000) von Erfurt aus dem Jahr 1905 | Neuauflage mit Ergänzungen von 1936

1920er Jahre: Gotha im Maßstab 1:50 000

Ausschnitt aus HK50 Blatt 795 Gotha (Ausschnitt)

Welche historischen Karten bietet das TLBG?

Für detaillierte Informationen und Ansichtsbeispiele klicken Sie bitte auf den jeweiligen Kartentitel:

  • Feldoriginale der topographischen Karten 1:25 000

    1852-1857

    Die topographischen Aufnahmeoriginale als Vorläufer der Urmesstischblätter werden als Reprint durch das TLBG herausgegeben. Sie liegen als Reprints flächendeckend für Thüringen vor. Die Originale selbst befinden sich in der Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

    Die Feldoriginale 1:25 000 dokumentieren die erste planmäßige topographische Landesaufnahme. Sie bilden die Grundlage aller nachfolgenden Karten.  Die Bearbeitung erfolgte unter der Regie des Königlich-Preußischen Generalstabes in den Jahren 1852-1857. Der Blattschnitt basiert auf geografischen Koordinaten, die Höhen sind noch in Ruten angegeben (Einführung des metrischen Systems in Deutschland ab 1875).

    Alle Karten wurden nach einem einheitlichen Zeichenschlüssel des preußischen Generalstabes ausgeführt, die Qualität der Zeichnungen und die Farbintensität sind jedoch stark vom jeweligen Bearbeiter abhängig.

  • Urmesstischblätter der topographischen Karten 1:25 000 (HK25 UrMTB)

    1870er Jahre

    Das historische Kartenwerk ist flächendeckend für Thüringen als Reprint vorhanden. Aus den handkolorierten Feldoriginalen, Ergänzungen wie Eisenbahnstrecken inbegriffen, wurden die Urmesstischblätter in den 1870er Jahren aus den Feldoriginalen abgeleitet und über das Lithographieverfahren gedruckt. Für kolorierte Waldflächen wurden dabei erstmals die bis heute angewendeten Signaturen eingesetzt.

    Mit dem Fortschreiten der Wissenschaften auf verschiedensten Gebieten und der zunehmenden Abstimmung geodätischer Aufgaben über die Grenzen Deutschlands hinaus war die Einführung des Metermaßes (in Deutschland 1875) ein Grund, die bisherigen topographischen Karten auf ihre Tauglichkeit zu prüfen und auf neue mathematische Grundlagen zu stellen. Die Definition der Gestalt der Erde in Form von exakten Abbildungsmodellen, die Festlegung gemeinsamer Nullpunkte für die Lage und Höhe in Europa machten eine Neuvermessung große Landesteile notwendig.

    Hinzu kam, dass neue Vermessungsinstrumente die bisherigen Vermessungstechnologien teilweise ablösten. Eine weitere Notwendigkeit der Verbesserung topographischer Karten war hauptsächlich die Industrialisierung ab Ende des 19. Jh. und der Ausbau von Verkehrswegen, besonders des Schienennetzes. Topographische Karten wurden immer mehr Planungsgrundlage. Elektrifizierung, Be- und Entwässerung, landwirtschaftliche Großraumwirtschaft und die Erweiterung von Siedlungsgebieten konnte ohne die topographischen Karten nicht mehr effizient geplant werden. Die topographische Karte als Grundlage militärischer Aufgaben nahm anteilig ab.

  • Messtischblatt (HK25 MTB) und Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 (HK100 KDR)

    1875-1939

    Nach der Reichsgründung 1871 wurde mit einer Neutriangulation die Grundlage für ein wesentlich genaueres Kartenwerk als bisher geschaffen. Die anschließenden topographischen Arbeiten wurden mit Messtisch und Kippregel (daher: Messtischblatt) ausgeführt. Weitere Meilensteine waren die Einführung des metrischen Systems und die Höhenbezugsfläche mit dem Amsterdamer Pegel (NN).

    Die Arbeiten wurden von der "Königlich-Preußischen Landesaufnahme" ab 1875 koordiniert (ab 1921 vom "Reichsamt für Landesaufnahme"). Dieses Kartenwerk 1:25 000 bildet in Blattschnitt und Zeichengebung bis heute die Grundlage der amtlichen topographischen Karten Deutschlands. Das Messtischblatt diente auch als Grundlage für die Ableitung der Karte des Deutschen Reiches 1:100 000. Bis  zum Jahr 1939 wurden noch Berichtigungen und einzelne Nachträge vorgenommen, danach ruhte kriegsbedingt die Fortführung.

    Die historischen topographischen Karten 1:100 000 des Reichsamtes für Landesaufnahme, Berlin, beinhalten durch ihr Format 50 x 50 cm bzw. Großblätter (KDR-GBL) im Format 67 x 83 cm einen sehr großen Landesteil. Aufgrund des kleinen Maßstabes und der Fülle von Informationen des Grundrisses (Bebauung, Verkehrsnetz, Beschriftung, Hydrographie) und der Höhendarstellung durch Schraffen wirken die Karten unübersichtlich, beweisen aber in der Vergrößerung eine gute Einzeldarstellung.

    Historische topographische Karten besitzen nicht nur wichtige Informationen zur physischen Darstellung der Erdoberfläche, sondern zeigen auch in der Benennung dargestellter administrativer Grenzen die politischen Einheiten der damaligen Zeit.

    Die im TLBG vorliegenden Reprint-Ausgaben stammen hauptsächlich aus der Zeit von 1921-1939.

     

  • Gotha im Maßstab 1:50 000

    1920er Jahre

    Die Karte Nr. 795 Gotha im Format 51 x 58 cm beinhaltet in ihrem Mehrfarbdruck sehr detailliert die Topographie zwischen Gotha im Nordwesten und Arnstadt im Südosten. Besonders interessant sind die Angaben zu politischen Grenzen, die Darstellung des Böschungsmaßstabes durch Interpolationskurven und die Angaben der Nadelabweichung (bezogen auf 1925) einschl. einer Anwendungsbeschreibung.

    Eine spezielle Tabelle mit Interpolationskurven sollen die Bestimmung der Nadelabweichung vereinfachen. Herausgeber war das Reichsamt für Landesaufnahme.

    Das Original befindet sich in der Kartensammlung Justus Perthes, Gotha.

  • "Warhaffter Abriss der Herrschaft Schmalkalden"

    Joist Moers, 1589

    Warhaffter Abriss der Herrschaft Schmalkalden" ist der ausführliche Titel einer schönen Karte aus dem Jahr 1589, die der Landmesser und Landbeschreiber Joist Moers aus Korbach im Auftrag Landgraf Wilhelm IV. von Hessen (R 1567-1592) anfertigte. Sie ist eine teilkolorierte Federzeichnung auf Pergament im Original - Format 64 x 116 cm und nach Osten orientiert.

    Eine ausführliche Beschreibung ist im Buch "Geschichte der amtlichen Kartographie der Herrschaft Schmalkalden" von Dr. Hans-Jürgen Kahlfuß nachzulesen (siehe Schriftenreihe Heft 1 des TLVermGeo, ISBN 3-86140-268-8).

    Der Reprint der Karte im Format 38 x 68 cm ist über das TLBG zu erhalten.

  • Die Schmettau'sche Karte der Herrschaft Schmalkalden

    1785

    Die Schmettau´sche Karte der Herrschaft Schmalkalden von 1785 besteht aus einem Kartenblatt 1:50 000 und zwei Kartenblättern 1:25 000, welche das Gebiet in einem nördlichen und südlichen Teil abbilden. Die Karte 1:50 000 entstand als selbständige Karte durch Verkleinerung der beiden größeren Karten 1:25 000.  

    Es dauerte noch über 60 Jahre, bevor die topographische Karte im Maßstab 1:25 000 durch das preußische Militär fast flächendeckend für Deutschland hergestellt wurde. Um so interessanter ist die Tatsache, dass für die Herrschaft Schmalkalden bereits zwei Karten mit unterschiedlichem Maßstab vorlagen.

    Die Darstellung von Ortschaften in einem kleinen Maßstab war und ist eine Herausforderung für jeden Topographen. Darstellungsarten von Ortschaften, wie z. B. durch den preußischen Oberst Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau, waren sicherlich auch maßgebend für die Zeichenvorschriften der "großen Aufgabe ab 1852".

  • Festung Erfurt

    1813

    Darstellung der vorhandenen und geplanten Festungsanlagen von Erfurt im Jahr 1813 auf einer französischen Karte im Maßstab 1:7 970 mit der Bezeichnung "PLAN de la Place D´ERFURTH 1813, Avec les projets présentes à sa. Majestré l´Empereur et Roi".

    Die sinngemäße Übersetzung des Gesamttextes lautet:

    "Plan des Standortes Erfurt 1813, mit den seiner Majestät, dem Kaiser und König, vorgestellten Entwürfen. Die orange Farbe markiert die große Trasse, die seine Majestät zuerst erfragt hat. Die gelbe Farbe markiert den zweiten Entwurf, auf den sich der Kaiser festgelegt hat. Anmerkung: Um das Projekt nicht zu verunklären, wurde das Wasser der Gräben für den orange gezeichneten Entwurf nicht blau angelegt."

    Die topographische Karte im Format 57 x 47 cm beinhaltet Erfurts Festungsanlagen in verschiedenen Farbtönen, die in zwei Stufen durch die Franzosen während ihrer Besatzungszeit geplant wurden.

    Eine sehr interessante Karte für den Historiker.

     

  • Die Reymann'sche Spezialkarte 1:200 000

    1806-1832

    Für Thüringen liegt flächendeckend die Reymannsche Spezialkarte 1 : 200 000 (HK 200 RSK) vor. Es handelt sich um eine Reprint-Ausgabe der Original-Kupferstiche.

    Der Ingenieurgeograf I. G.Reymann gab zwischen 1806 (1806 entstanden 6 Blätter) und seinem Todesjahr 1832 insgesamt 139 Blätter heraus. Nach der Übernahme des privaten Karteswerkes durch Prof. Berghaus im Jahr 1836 wurde sie 1846 an den Verlag Karl Flemming in Glogau verkauft.

    Der preußische Generalstab kaufte 1874 die Kartensammlung und wollte sie auf 796 Blätter erweitern. Die Kartenblätter der Ländergebiete England, Schweden, Ostungarn, Südfrankreich erschienen jedoch nicht mehr.Nach Einstellung der Neubearbeitung im Jahr 1908 standen für das Deutsche Reich, Belgien, Holland und Teilen von Österreich, Russland und Frankreich insgesamt 526 Blätter zur Verfügung.

    In Laufe der Zeit hat sich die Karte in ihrer Erscheinung stetig geändert. Wurden zuerst die Karten einfarbig schwarz gedruckt und die Höhen durch Schraffen in senkrechter Projektion dargestellt, so wurden die Signaturen im Laufe der Zeit den Karten des Maßstabes 1:100 000 angeglichen. Wesentliches Merkmal ist die sehr genaue Darstellung des gesamten Verkehrsnetzes. Dieses hat seinen Grund in der militärischer Bedeutung der Karte. Grenzen wurden oft nachträglich handkoloriert.

     

Wer hilft Ihnen bei Fragen?

Geoinformationszentrum
Hohenwindenstraße 14 | 99086 Erfurt
Telefon: 0361 57 4176-755 oder -758
e-Mail: info@tlbg.thueringen.de

Maßstäbe

Historische Karten gibt es flächendeckend in den Maßstäben 1:25.000 und 1:100.000. Ergänzt werden diese durch historische Karten in Sonderformaten, die Gebiete ehemaliger Thüringer Fürstentümer abbilden (z. B. Schmettau’sche Karte der Herrschaft Schmalkalden in verschiedenen Maßstäben, die Reymannsche Spezialkarte im Maßstab 1:200.000, Festung Erfurt 1813).

Preise

Die Preise bewegen sich zwischen 2,60 EUR und 7,70 EUR und enthalten 7% MwSt.

Historische topographische Karten werden teilweise auch in digitaler Form, mit und ohne Georeferenzierung, angeboten. Die Gebühr bemisst sich je nach Format und je Blatt in einem Rahmen von 18,50 EUR bis 75,00 EUR.

Copyright

Veröffentlichungen und Vervielfältigungen der topographischen Karten und Sonderkarten oder Ausschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des TLBG und sind in der Regel gebührenpflichtig. Außerdem bestehen bei historischen Karten ggf. Rechte von Dritten wie z.B. der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Verwertungsgebühr ist abhängig von der Art der Nutzung und vom Umfang der betroffenen Daten und/oder Dienste. In der Regel wird ein prozentualer Anteil der Bereitstellungsgebühr als Verwertungsgebühr erhoben. Werden die Daten und Dienste für Unterrichtszwecke, für die Gestaltung von Schautafeln, für touristische Zwecke oder im Rahmen von Forschungsarbeiten verwendet, kann die Verwertungsgebühr entfallen, wenn die Bereitstellungsgebühr in voller Höhe bezahlt wurde.

Der Lizenznehmer ist verpflichtet, bei jeder Veröffentlichung, Verbreitung oder Präsentation einen deutlich sichtbaren Quellenvermerk anzubringen, der wie folgt auszugestalten ist: © GDI-Th.

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