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Flurbereinigung Abschluss der Dorfflurbereinigung „Quirla“: Verknüpfung von Neuordnung und Dorferneuerung als gutes Beispiel integrierter ländlicher Entwicklung


Ralf Prüger (Leiter des Flurbereinigungsverfahren), Uwe Köhler (Präsident des TLBG), Prof. Dr. Barbara Schönig (Staatssekretärin des TMIL)
Von links nach rechts: Ralf Prüger (Leiter des Flurbereinigungsverfahren), Uwe Köhler (Präsident des TLBG), Prof. Dr. Barbara Schönig (Staatssekretärin des TMIL)
Ralf Prüger hält eine Dankesrede
Ralf Prüger bedankt sich für die gute Zusammenarbeit bei allen Akteuren des Verfahrens
Powerpoint-Präsentation des Verfahrens
Powerpoint-Präsentation über Meilensteine der Dorfflurbereinigung Quirla
Uwe Köhler und Barbara Schönig übergeben die Schlussfeststellung an Hagen Voigt (TG-Vorsitzender)
Übergabe der Schlussfeststellung des Verfahrens an Hagen Voigt (Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft)
Übergabe der Verfahrensunterlagen an Claudia Thieß (Stellvertretende Bauamtsleiterin Stadtroda)
Übergabe der Verfahrensunterlagen an Claudia Thieß (Stellvertretende Bauamtsleiterin Stadtroda)
Ansicht des Dorfgemeinschaftshaus von Quirla
Das Dorfgemeinschaftshaus von Quirla wurde im Zuge des Verfahrens saniert

 

Die Staatssekretärin für Infrastruktur und Landwirtschaft Prof. Dr. Barbara Schönig übergab heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation Uwe Köhler die Schlussfeststellung zum Flurbereinigungsverfahren an den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Hagen Voigt. Damit ist das Verfahren offiziell abgeschlossen.

„Wir wollen den ländlichen Raum stärken und für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen zu sorgen. Mit der Dorfflurbereinigung in Quirla ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung getan. Für die Menschen vor Ort ist das Verfahren die Basis für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung. Schließlich trägt es erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität und der Arbeitsbedingungen im Ort bei. Dass das Verfahren ein Erfolg ist, liegt ganz wesentlich auch an der gelebten dörflichen Gemeinschaft in Quirla“, so Staatssekretärin Prof. Dr. Schönig.

„Durch Prüfung und Anpassung von Grenzverläufen und der Beseitigung bau- und liegenschaftsrechtlicher Mängel herrscht nun Rechtssicherheit. Zwei bislang sehr schlecht nutzbare Wege wurden ausgebaut und grundlegend erneuert. Das entlastet die Ortslage vom landwirtschaftlichen Verkehr. Hervorzuheben ist auch die Unterstützung und Durchführung von Dorferneuerungsmaßnahmen, wie der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, der Gestaltung von Plätzen und Freiräumen sowie der Erhaltung der regionaltypischen Bausubstanz. Durch die Verzahnung von ländlicher Neuordnung und Dorferneuerung ist dieses Flurbereinigungsverfahren ein erfolgreiches Praxisbeispiel integrierter ländlicher Entwicklung“, so Prof. Dr. Schönig weiter.

„Als im Jahre 1997 der nördlich der Landesstraße 1076 liegende Teil der Ortslage Quirla - im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bundesautobahn A4 - in das Unternehmensflurbereinigungsverfahren Teufelstal einbezogen wurde, war uns noch nicht bewusst, dass auch im südlichen Teil der Ortslage verschiedene Mängel der Infrastruktur, der Agrarstruktur, des Landschaftsbildes und der Landentwicklung vorhanden waren. Nach Bekanntwerden der Mängelliste wurde daher die Dorfflurbereinigung Quirla für die gesamte Ortslage als vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren nach § 86 Flurbereinigungsgesetz angeordnet. Quirla verbindet die Vorzüge einer guten Verkehrsanbindung mit den Vorteilen des ländlichen Raumes, insbesondere mit einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Ich freue mich, dass die Thüringer Flurbereinigungsverwaltung maßgeblich die Voraussetzungen für diese nachhaltige Entwicklung schaffen durfte!“, ergänzt Präsident Uwe Köhler die Ausführungen der Staatssekretärin.

 

Hintergrundinformationen:

Das Flurbereinigungsgebiet Quirla liegt in der Region Ostthüringen, konkret inmitten des Saale-Holzland-Kreises ca. 2 km östlich von Stadtroda. Seit dem 1. Januar 2019 ist Quirla ein Stadtteil von Stadtroda. Quirla liegt in unmittelbarer Nähe zur Autobahnanschlussstelle „Stadtroda“ der BAB 4, welche ca. 200 m nördlich des Verfahrensgebietes in Ost-West-Richtung verläuft.

Im Verfahrensgebiet der Dorfflurbereinigung Quirla bestanden Mängel auf den Gebieten der Infrastruktur, der Agrarstruktur, des Landschaftsbildes und der Landentwicklung. Im Rahmen der Vorarbeiten wurden u. a. folgende Mängel festgestellt:

  • getrenntes Boden- und Gebäudeeigentum, damit Verhinderung von Investitionen der Boden- bzw. Gebäudeeigentümer,
  • schlechter baulicher Zustand der vorhandenen Ortsrandwege,
  • bau- und liegenschaftsrechtliche Mängel in der Ortslage mit Überbauungen und Fremdüberfahrten,
  • dringender Sanierungs- und Unterhaltungsbedarf der dörflichen Bausubstanz,
  • notwendige bodenordnerische Maßnahmen zur Verwirklichung der Bauleitplanung.

Die vorgenannten Mängel konnten im Rahmen eines vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens nach § 86 Flurbereinigungsgesetz, welches mit Beschluss vom 17. Mai 2000 angeordnet wurde, erfolgreich behoben werden.

Der ländliche Wegebau erstreckte sich über 2 Wege mit einer Gesamtlänge von 1.120 m.  Zu den umgesetzten landschaftsgestaltenden Anlagen gehören zwei Hecken mit einer Gesamtfläche von 1.370 m², eine Gehölzfläche mit 1.800 m² und ein Weiher mit 600 m².

Die investierten Ausführungskosten in diesem Verfahren betrugen insgesamt 293.000 €. Die Finanzierung erfolgte zu 90% aus Fördermitteln (263.700 €). Den Eigenanteil in Höhe von 10% (29.300 €) übernahm die damalige Gemeinde Quirla (jetzt Stadtteil von Stadtroda).

Mit der Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens wurde Quirla automatisch als Förderschwerpunkt der Dorferneuerung anerkannt. Im Jahr 2000 wurde durch ein Planungsbüro der Dorfentwicklungsplan für Quirla aufgestellt.

Seitdem wurden in Quirla insgesamt 34 kommunale und private Maßnahmen durch die Förderung der Dorferneuerung umgesetzt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt knapp 900.000 €, der Zuschussanteil liegt bei ca. 460.000 €.

 

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