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Flurbereinigung Flurbereinigung „Bollstedt-Dorf“ abgeschlossen – Ländliche Neuordnung schafft ein Dorf mit Zukunft


Das Flurbereinigungsverfahren Bollstedt-Dorf ist abgeschlossen. Staatssekretärin Susanna Karawanskij übergab heute mit dem Präsidenten des TLBG, Uwe Köhler, die entsprechende Schlussfeststellung an den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Hans-Martin Menge. Gemeinsam enthüllten sie zudem eine Gedenktafel, die an das Flurbereinigungsverfahren erinnert.

Enthüllung des Gedenksteins durch Präsident Uwe Köhler und Staatssekretärin Susanna Karawanskij
Präsident Uwe Köhler (TLBG)
Staatssekretärin Susanna Karawanskij (TMIL)
Zwei Damen mit Sonnenschirm im Publikum
Bürgermeisterin Beate Sill (Mühlhausen)
Ein Mann betrachtet das Faltblatt zum Flurbereinigungsverfahren Bollstedt-Dorf
TG-Vorsitzender Hans-Martin Menge
Referatsbereichsleiterin Karin Löffler (TBLG)
Vorsitzender der TG Herr Menge erhält als Geschenk einen Obstbaum
Übergabe der Schlussfeststellung und einer Zusammenfassung des Flurbereinigungsverfahrens durch Präsident Uwe Köhler und Staatssekretärin Susanna Karawanskij
Präsident Uwe Köhler und Staatssekretärin Susanna Karawanskij vor einem Insektenhotel in Form eines Schmetterlings
Der enthüllte Gedenkstein
Übergabe einer Ehrenurkunde durch Präsident Uwe Köhler an Hans-Martin Menge

„Durch die Flurbereinigung hat sich Bollstedt in den letzten Jahren zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort mit einem sehr regen Vereinsleben entwickelt. Das Dorf kann zu Recht als erfolgreiches Referenzobjekt für eine nachhaltige ländliche Entwicklung bezeichnet werden“, so die Staatssekretärin. „Die Flurbereinigung, die von Anfang an mit Dorferneuerungsmaßnahmen verbunden wurde, hat großen Anteil daran, dass Bollstedt zuletzt hoch ausgezeichnet wurde“, fügte sie hinzu.

Im Januar 2020 wurde Bollstedt im Rahmen der Internationalen Grünen Woche als einer der Sieger mit der Goldmedaille und 15.000,- € Geldprämie im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Im Jahr 2022 wird Bollstedt als einziges Dorf die Bundesrepublik beim Europäischen Wettbewerb „Entente Florale“ vertreten.

Hintergrundinformationen:

Bollstedt mit seinen rund 1000 Einwohner:innen liegt im Landkreis Unstrut-Hainich und gehört seit dem 1. Januar 2019 zur Stadt Mühlhausen. Vor 21 Jahren war Bollstedt von zahlreichen Nutzungskonflikten und baulichen Missständen geprägt. Diese brachten Nachteile für Grundstückseigentümer:innen, die Landwirtschaftsbetriebe und nicht zuletzt für die Entwicklung des Dorfes mit sich.

Bereits 1995 wurde in der Gemarkung Bollstedt eine Unternehmensflurbereinigung für den Bau einer öffentlichen Straße angeordnet. Die guten Erfahrungen, die man damit sammelte, legten den Gedanken nahe, auch die Probleme in der Ortslage durch ein Flurbereinigungsverfahren zu lösen. Dabei stand von Anfang an der Gedanke der Verbindung von Flurbereinigung und Dorferneuerung im Mittelpunkt.

1999 beschritt man in Bollstedt einen bis dato in Thüringen völlig neuen Weg. Bevor die Dorfflurbereinigung angeordnet wurde, besuchten 20 örtliche Akteur:innen, darunter Mitglieder des Gemeinderates und Vertreter:innen örtlicher Vereine und Betriebe, ein Seminar der Schule der Dorf- und Flurentwicklung im bayerischen Klosterlangheim (Oberfranken) und holten sich so Inspiration für das angestrebte Flurbereinigungsverfahren.

Im Jahr 2000 ordnete das Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation das Flurbereinigungsverfahren „Bollstedt-Dorf“ für eine Verfahrensfläche von 144 Hektar an. Zielstellungen waren, Defizite und Nutzungskonflikte durch Ortsregulierung und Bodenordnung zu beseitigen, ländliche Wege neu und auszubauen und Flächen bereitzustellen, um kommunale Planungen, den Bau von Infrastrukturanlagen und von Dorferneuerungsprojekten, zu unterstützen.

Durch die Vermessung und Ortsregulierung und indem getrenntes Boden- und Gebäudeeigentum zusammengeführt wurde, konnte Rechtssicherheit für die Grundstückseigentümer:innen geschaffen werden. Die Stadt Mühlhausen kann für Bollstedt nach Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens auf ein vollständiges und aktuelles Liegenschaftskataster als Planungsgrundlage zurückgreifen. Das Flurbereinigungsverfahren schafft die Basis für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung und verbessert Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort.

Die Gesamtkosten des Verfahrens belaufen sich auf rd. 630.000 €, die zu 90 Prozent aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER und der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) gefördert wurden.

Nicht zuletzt ermöglichte die Bodenordnung eine Reihe von Dorferneuerungsprojekten, für die weitere 1,3 Mio. € Fördermittel ausgereicht wurden. Hier lag der Schwerpunkt darauf, Plätze und Freiräume zu gestalten und ortstypische Bausubstanz zu erhalten. Ein Beispiel hierfür ist der umgestaltete Kindergarten.

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