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Raumbezug GNSS-Kampagne 2021 – ein bundesweites Projekt ist erfolgreich beendet


Die Medien zeigten ein durchaus reges Interesse an der bundesweiten GNSS-Messkampagne, die vom 7. Juli bis 15. Juli 2021 unter dem Leitmotiv „Deutschland wird neu vermessen – von der See bis zu den Alpen“ stattfand.

Foto einer Antenne im Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Flechtingen am GGP 5420
Viele Kollegen stehen bei der Abschlussveranstaltung im Kreis
Abschlussveranstaltung in Ostheim v. d. Rhön
Messbus und Kollegen des TLBG auf einer Fähre auf Rügen
Fährfahrt auf Rügen
Messung durch zwei Kollegen des TLBG am GGP 4630 in Barth
Messung durch zwei Kollegen des TLBG am GGP 4630 in Barth
Antenne auf einem Aussichtspunkt auf dem Altenberg
GGP 5200 Altenberg
Foto einer Antenne – im Vordergrund Kugeldisteln
GGP 5820 in Dermsdorf
Foto einer Bratwurst
Letzte Session in Walldorf (Thüringen) am GGP 5860
Foto einer Antenne im Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Barth

Das Geodätische Grundnetz mit seinen 250 Grundnetzpunkten – dieses stellt das Rahmennetz dar – war der Gegenstand für die präzisen satellitengestützten Positionsbestimmungen. Sogar in die Berichterstattung von ARD und ZDF, aber auch in viele regionale Medien hatte es die GNSS-Kampagne geschafft!

Bereits im letzten Jahr liefen die Vorbereitung für die Wiederholungsmessungen der 250 Geodätischen Grundnetzpunkte an, wurde dann aber doch vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie für das ursprünglich vorgesehene Jahr 2020 abgesagt und zeitlich um ein Jahr verschoben. In diesem Jahr wurde dann die bundesweite Messkampagne gestartet und durchgeführt, die in der Richtlinie für den einheitlichen integrierten geodätischen Raumbezug des amtlichen Vermessungswesens in der Bundesrepublik Deutschland festgelegte Wiederholungsmessung so vorgesehen ist. Ein eigens dafür entwickeltes Hygienekonzept von der steuernden AdV-Projektgruppe wurde hierzu aufgestellt und umgesetzt.

Kurz zurück geblickt: 2008 fand die erstmalige satellitengestützte Positionsbestimmung, die als Ur- bzw. Nullmessung bezeichnet wird, auf den Geodätischen Grundnetzpunkten statt, nach deren Auswertung als Resultat die Einführung des Deutschen Haupthöhennetzes (DHHN2016), des Deutschen Hauptschwerenetzes (DHSN2016) sowie des German Combined Geoid2016 (GCG2016)  durch die AdV auf deren 128. Tagung beschlossen wurde und im Freistaat Thüringen in den Erlass von 2017 zu den amtlichen Bezugssystemen für den Freistaat Thüringen mündete.

Die bundesweite GNSS-Wiederholungsmessung des GGP-Rahmennetzes sollte erstmals nach der umfassenden Fertigstellung und Inbetriebnahme des europäischen Satellitensystems Galileo erfolgen, spätestens jedoch im Jahr 2020, und danach turnusmäßig alle 12 Jahre stattfinden.

Mit ein Jahr Verspätung starteten nunmehr insgesamt 35 Messtrupps in die bundesweit ausgelegte Messkampagne, bei denen Thüringen mit einem Messtrupp sich aktiv eingebracht hat. Die auf 24-Stunden ausgelegten Messungen begannen in Thüringen, setzten sich fort über Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern und wieder zurück. Hierbei wurden insgesamt 17 Geodätische Grundnetzpunkte überprüft und mittels den drei verfügbaren Globalen Navigationssatellitensystemen (GPS, Galileo und Glonass) in ihrer Position neu bestimmt.

Das gesamte Referat Raumbezug war in die Planung, Vorbereitung und Durchführung der GNSS-Kampagne eingebunden und hat zum Gelingen dieser Kampagne beigetragen.

Im vorbereitenden Vorfeld wurden alle in Thüringen verorteten 10 GGP durch die Nivellementmesstrupps des TLBG mit der Methode des Feinnivellements höhenmäßig wiederholt bestimmt und auf eventuell eingetretene Höhenveränderungen überprüft. Geplante technische Infrastrukturmaßnahmen an den SAPOS®-Referenzstationen wurden vorverlegt, damit während der Kampagne ein störungsfreier SAPOS®-Dienst gewährleistet und bereitgestellt werden konnte. Die erforderlichen Genehmigungen und Übernachtungen wurden eingeholt und gebucht. Und je näher der Kampagnenstart rückte, umso häufiger waren die Beteiligten auf dem Freigelände hinter dem Gebäude der Druckerei des TLBG anzutreffen, um den Ablauf der Messung in Probedurchläufen zu testen und zu verinnerlichen.

Kurz vor dem eigentlichen Start wurde noch eine Generalprobe in Sachsen-Anhalt durchgeführt und von Herrn Däbel, LVermGeo Sachsen-Anhalt, technisch abgenommen.

Am 7. Juni begann unser TLBG-Messtrupp, bestehend aus Herrn Fiege, Herrn Roth und Herrn Hauspurg, am GGP in Umpferstedt die Messung. Am Tag, in der Nacht und an den Wochenenden wurden die Signale der drei GNSS registriert. Als sogenannter Länderansprechpartner war Herr Gantze in Thüringen für alle Messtrupps unterwegs und hat im Vorfeld alle GGP für die Messtrupps für einen reibungslosen Start vorbereitet. Beim Besuch der einzelnen Messtrupps vor Ort bedankten sich die Kollegen aus den mitbeteiligten Landesvermessungsverwaltungen für die vorbildliche Vorbereitung und Betreuung.

In Ostheim (Bayern) fand eine Abschlussveranstaltung der Kampagne statt, bei der alle Teilnehmer sich zur Unterlagenübergabe einfanden und die Bedeutung der durchgeführten Messkampagne für den amtlichen Raumbezug aber auch für andere Fachdisziplinen und Anwendungsbereiche durch den Leiter des AdV-Arbeitskreises Raumbezug, Herrn Dr.-Ing. Riecken, nochmals hervorgehoben wurde.

Sechs anstrengende Wochen sind nun ohne besondere und ernsthafte Zwischenfälle zu Ende gegangen und im Jahr 2033 ist das TLBG (jedenfalls diejenigen des Referates Raumbezug) bei der nächsten Wiederholungsmessung wieder mit dabei!

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