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Flurbereinigung Abschluss der Unternehmensflurbereinigung „Schloßvippach“: Ländliche Neuordnung realisiert Teilstück der Autobahn A 71


Das ehemalige renovierte Bahnhofsgebäude in Schloßvippach
Ehemaliges renoviertes Bahnhofsgebäude in Schloßvippach
Präsident Uwe Köhler am Rednerpult
Uwe Köhler, Präsident des TLBG und Bürgermeister der Gemeinde Schloßvippach
Susanna Karawanskij am Rednerpult
Susanna Karawanskij, Ministerin des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft
Landrat Harald Henning am Rednerpult
Harald Henning, Landrat des Kreises Sömmerda
Dr. Knothe am Rednerpult
Außenstellenleiter Dr. Danko Knothe (Autobahn GmbH Ost, Außenstelle Erfurt)
Sonja Leber am Rednerpult
Verfahrensleiterin Sonja Leber
Übergabe der Schlussfeststellung des Verfahrens an den TG-Vorsitzenden Kuno Rolf
Übergabe der Schlussfeststellung des Verfahrens an den TG-Vorsitzenden Kuno Rulf
Blick auf den Flyer zum Verfahren
Zum Abschluss des Verfahrens wurde ein Flyer erstellt, der unter anderem über Ausgangssituation und Ziele informier t
Traktor mit Hänger
Im Anschluss an die Grußworte erfolgte eine Fahrt mit dem „Lanz Bulldog“ durch einen Teil des Verfahrensgebietes

 

Die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij übergab heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation Uwe Köhler die Schlussfeststellung zum Flurbereinigungsverfahren an den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft. Damit ist das Verfahren offiziell abgeschlossen.

Schloßvippach ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie mit Hilfe von Flurbereinigungsverfahren neue Infrastrukturen entstehen und damit Wirtschaftsräume gewonnen werden können, ohne die Belange der Eigentümer zu übergehen.

„Die A 71 als Teil des ‚Verkehrsprojektes Deutsche Einheit‘ ist für unser Land von enormer Wichtigkeit, denn sie stärkt die Wirtschaftsräume in Nord- und Südthüringen,“ führte die Infrastrukturministerin anlässlich des heutigen feierlichen Abschlusstermins aus. Sie hob weiterhin hervor: „Im Zuge des Baus der A 71 wurde eine Unternehmensflurbereinigung durchgeführt. Dass die Flurneuordnung einen großen Mehrwert für die Menschen vor Ort und für die Gemeinde bringt, zeigt sich auch in Schloßvippach beispielhaft. Neben der Neuordnung von Flächen und Grundbesitz sind u.a. auf fast drei Hektar vielfältige Anlagen für Naturschutz und Landschaftspflege entstanden. Das ländliche Wegenetz wurde auf rund zehn Kilometer Länge ausgebaut und grundlegend erneuert. Der Verbindungsweg zwischen Schloßvippach und Groß-rudestedt ist ein echter Gewinn für die Mobilität der Gemeinden. Denn er wird nicht nur von den Landwirtschaftsbetrieben genutzt, sondern auch von Spaziergängern und Radfahrenden als Teilstück des Laura-Radwanderweges gut angenommen.“

Der Präsident und gleichzeitig ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schloßvippach Uwe Köhler ergänzte: “Für den Bau des etwa 4 km langen Autobahnabschnittes im Verfahrensgebiet mussten fast 1.100 ha Verfahrensfläche neu geordnet werden. Den Ergebnissen im Flurbereinigungsplan waren umfangreiche Verhandlungen mit über 500 Eigentümern, Bevollmächtigten und Vertretern von Grundstückseigentümern vorausgegangen. Gute Flurbereinigung verbindet zweckmäßige Neuordnung von ländlichem Grundbesitz mit nachhaltigen Investitionen in die Infrastruktur im ländlichen Raum. Häufig kommen durch die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse Nutzung und Eigentum überhaupt erst wieder zusammen. Durch Zusammenlegungen steigt auch der Wert des Grundbesitzes. Am Ende sollten alle Beteiligten wie auch die Allgemeinheit etwas davon haben."
 

Hintergrundinformationen:

In dem Flurbereinigungsverfahren Schloßvippach eine Unternehmensflurbereinigung nach § 87 Flurbereinigungsgesetz (FlurbG), wurde die Schlussfeststellung am 1. März 2022 erlassen.

Mit der Übergabe der Schlussfeststellung durch Frau Ministerin Susanna Karawanskij und den Präsidenten des TLBG, Herrn Uwe Köhler, an den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Herrn Kuno Rulf, wird das Flurbereinigungsverfahren offiziell abgeschlossen.

Das Verfahrensgebiet umfasst 1.093 ha mit ursprünglich 1.674 Flurstücken. Es liegt im Thüringer Becken, im Landkreis Sömmerda und umfasst Teile der Gemeinden Schloßvippach, Großrudestedt, Eckstedt und der Stadt Sömmerda. Begonnen wurde die Flurbereinigung mit Einleitungsbeschluss vom 11. Dezember 2000.

Im Norden grenzt das Flurbereinigungsverfahren Rohrborn und im Süden das Flurbereinigungsverfahren Udestedt an. Diese drei Flurbereinigungsverfahren zusammen bilden die bodenordnerische Grundlage für den Neubau der A 71 zwischen den Anschlussstellen Erfurt-Nord und Sömmerda-Ost.

Mit der Anordnung der Flurbereinigungsverfahren nach § 87 FlurbG konnte eine Enteignung der benötigten Flächen vermieden werden. Mit der Flurbereinigung kann der entstehende Flächenverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern verteilt und die durch Zerschneidung von Wirtschaftsflächen entstehenden Nachteile für die Landwirtschaft in der Flurbereinigung beseitigt oder vermindert werden.

Im gesamten Verfahren sind über die Laufzeit mehr als eine Million Euro investiert worden (1.062.273,20 €), davon hat der Unternehmensträger ca. 690.000 € getragen. Für die gemeinschaftlichen Anlagen wie beispielsweise der ländlichen Wege oder der landschaftsgestaltenden Maßnahmen konnten ca. 336.000 € Fördermittel ausgereicht werden.

Die Bearbeitung des Verfahrens erfolgte durch den Flurbereinigungsbereich Gotha des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation (bis 2018 Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung) unter ständiger enger Beteiligung der Teilnehmergemeinschaft.

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